h.krejci.m - mitschnitte, fragmente
Die erste Dunix-Langspielplatte ist von h.krejci.m - Linzer Heimelektronik aus Augsburgs dunklen Wohnzimmern.
h.krejci.m - mitschnitte, fragmente
( Dunix 004 | LP | 500 Stk | 1999 | 10,- € )
h.krejci.m sind biedere Traditionalisten. Zwei gepflegte, junge Männer im besten heiratsfähigen Alter, die ihre Freizeit damit verbringen, alle Arten von elektronischen Billiggeräten vergangener Dekaden in einem dunklen Wohnzimmer um sich zu gruppieren, auf phantasievolle Weise zu verstümmeln und die so entstehenden Geräusche mit anderen Klängen zu mixen.
So wurde zum Beispiel bei ihrem Auftritt "halbanaloge Klangoperationen" im Cafe Helga in der Akademie der bildenden Künste in München über einer bereits vorbereiteten Soundkulisse ein beschädigter Synthesizer live mit OP-Handschuhen und diversem Werkzeug an der Platine operiert und die dabei größtenteils zufällig entstandenen Klänge mit der Geräuschkulisse gemischt. Mittels Kameras und verschiedenen Videoeffekten projizierten sie diese Operation zeitgleich an die Wand.
h.krejci.m, 1997 gegründet, sind die Brüder Harald und Martin Krejci, die ihre Musik als eine Mischung von Elektrominimalismus, moderner Klassik oder einfach als elektronischen Lärm bezeichnen. "Wir sind nichts wirklich Neues", meint Martin Krejci, "diese Musik des kalkulierten Zufalls gab es bereits 1954 in Köln im "Studio für elektronische Musik" unter Cage, Stockhausen, Tudor, etc."
Wichtig ist ihnen die sogenannte Aleatorik, das bedeutet, daß bei der Gestaltung der einzelnen Stücke dem Zufall ein breiter Raum gewährt wird. Die Auftritte von h.krejci.m ähneln eher einer Multi-Media-Performance als einem Konzert, die Musik bezieht sich auf die visuelle Gestaltung und umgekehrt, beides wird live gemischt.