Birthmark - Shaking Hands
Volle drei Jahre hat Nate Kinsella an seinem neuen Solo-Album „Shaking Hands“ gearbeitet. Das ist, besonders
in Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der im Musikbereich derzeit Alles kommt und geht, eine lange Zeit, aber
immer noch ein Jahr weniger, als er für sein Debüt-Album „The Layer“ gebraucht hat. Die zehn Songs jedenfalls,
die letztlich auf dem neuen Album sein werden, konnte er aus einer langen Liste von Stücken auswählen; etwas
irritierend wirkt dabei auf den ersten Blick, dass der Song „Shaking Hands“ dem Album zwar den Titel gab, darauf
aber gar nicht zu finden ist.
Der lange Prozess aus Aufnehmen, nochmal Anhören, Schneiden und wieder neu Aufnehmen hätte wohl noch eine ganze Zeit so weitergehen können. Von einigen Songs hat Nate nach eigener Aussage an die 50 verschiedenen Versionen aufgezeichnet, was wohl einiges aussagt über seine Detailverliebtheit und seinen Hang zur Perfektion. Um mit dem neuen Material doch noch an die Außenwelt treten zu können, hat er sich schließlich selbst eine Deadline setzen müssen. Mehrere Festplatten voller Musik sind im Laufe der Zeit entstanden. Die Songs, die jetzt endlich veröffentlicht werden, wurden dabei eher nach ihrer Unterschiedlichkeit, als nach ihrer Ähnlichkeit zueinander ausgesucht. Auf eine versponnen-verträumte Art kohärent ist das Ergebnis trotzdem. Zwar stammt alle Musik auf dem Album aus Nates Feder, zu hören sind allerdings über ein Dutzend Instrumente, von Gitarre und Piano bis zu Klarinette und Tenor-Saxophon, insgesamt haben mehr als 20 Personen einen Beitrag geleistet.
Schon mit „The Layer“ war Nate 2007 ein Album gelungen, mit dem er sich hinter seiner in Indie-Kreisen noch immer deutlich prominenteren Verwandtschaft, seinen Cousins Tim und Mike Kinsella (Owen, Joan of Arc etc.), nicht zu verstecken brauchte. „Shaking Hands“ markiert nun einen weiteren Schritt auf seinem ganz eigenen Weg. Weiterhin interessant für alle Fans des Kinsella-Sounds im weitesten Sinne, bieten sich hier auch andere Referenn zen an. Etwa Animal Collective mit mehr Akustik-Gitarre oder Panda Bear, wenn der eher von Steve Reich als von den Beach Boys beeinflusst wäre. Auch Arthur Russell kommt uns hin und wieder in den Sinn, und das nicht nur wegen der Menge an angesammeltem Material. Das sind natürlich nicht mehr als Hinweise, hinreichend beschrieben ist die Musik auf „Shaking Hands“ damit nämlich keineswegs. Vielmehr handelt es sich hier um ein Album, das etwas Zeit und Ruhe erfordert, um in all seinen Nuancen zur Wirkung zu kommen.
„Shaking Hands“ wird am 19. November in Europa via Coraille und Dunix auf Vinyl (inkl. Mp3-download) veröffentlicht. Die US-Version erscheint bei Hidden Agenda. Der Europa-Veröffentlichung des Albums folgt im Dezember und Januar eine Tour, auf der Nate durch eine Live-Besetzung bestehend aus Nathan Holtz, Jamie Burns und Tim Cronin unterstützt wird.
Seite A:
01. Socializing
02. Fossil Record
03. Separation
04. The Descension
05. OKKT
Seite B:
01. Tokyo/Portugal
02. Pendulum
03. Burst at Night
04. Balloons
05. On Birthdays
Gesamt: 10 Songs // 43:36min
( Dunix 009 | LP | 500 Stk | 2010 | 12,- € )